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CDs
LOOK BACK WITH RAGE (Noise/Sanctuary/edel)
Nicht weniger als 8 (acht!) alte RAGE-Platten
wurden nun also offiziell wiederveröffentlicht. Und zwar nicht auf
gewohnte "die Plattenfirma nimmt mal schnell die Fans aus"-Methode,
sondern auf ausdrücklichen Wunsch der Band bzw. mit deren tatkräftiger
Unterstützung und nicht zuletzt daher digital remastered, mit neuen
Booklets und allen Texten sowie mit reichlich Bonus-Tracks versehen!
Im Einzelen wären das: "Reign In Fear". Alleine die Frisur
von Jörg Michael auf dem Backcover rechtfertigt die Auseinandersetzung
mit dieser Scheibe, haha. Naja, 1986 waren Finnland und Tolkki noch weit
weg... aber auch Peavy himself schaut ziemlich süß aus der
Wäsche. Neben den offiziellen 10 Album-Tracks gibt´s Live-Versionen
von Suicide, Refuge, Baby I´m Your Nightmare und die Akustiv-Varianten
von Light Into The Darkness und Invisible Horizons. Auch ein Klassiker:
"Execution Guaranteed". Bonusmaterial: Down By Law, Nevermore
und Firestorm live, Dust und The Body Talks in der Akustik-Version. "Perfect
Man" war dann ein ziemlich wichtiges Album für Rage, "Don´t
Fear The Winter" mutierte zum Evergreen. Exklusiv auf der Neufassung:
Konzertmitschnitte von Shame On You, Don´t Fear... und Certain Days.
Sowie Last Goodbye und Not Forever in der "Ausg´steckt"-Version.
Mittlerweile schreiben wir ´89 und "Secrets In A Weird World".
Time Waits For Noone, Talk To Grandpa, Distant Voices. Noch Fragen? Law
And Order, Mirror und Nothing To Lose als Bonus-Tracks hierauf, dazu der
obligate Live- (Invisible Horizon) und Akustik- (Shame On You) Track.
Einer meiner persönlichen Rage-Favoriten: "Reflections Of A
Shadow". Kann sich noch wer an das (damals auf´m "Headbanger´s
Ball öfters laufende) True Face In Everyone-Video erinnern? Oder
an die damals an der Tagesordnung stehenden Rockhaus-Konzerte der Band,
inklusive "Reflections..."-Hits wie Waiting For The Moon, Dust
oder Saddle The Wind? Na eben! Beim Release hängen hinten noch Woman
(einmal normal, einmal akustisch), Ashes, Bottlefied und das Instrumental
What´s Up dran. "Trapped!" hieß es dann 1992. Und
jetzt alle: I´m just a Solitary Man.... lalala. Take Me To The Water,
The Body Talks und - warum auch immer, aber es machte Spaß
Fast As A Shark. Bonus: Innocent Guilty, Marching Heros, Bury All Life,
I Want You und der Demo-Song Questions. "The Missing Link"?
Oh ja! Firestorm, Nevermore, Who Dares, Her Diary´s Black Pages.
Klassiker an Klassiker. Rage am Zenit. Another Kind Of Madness, Truth
Hits Everybody, I Can´t Controll Myself, Beyond The Pale und eine
Demo-Aufnahme von Paranoid beglücken den Re-Release. 1994 schaute
man zurück auf "X - 10 Years In Rage" Man durfte mehr als
stolz auf das Geleistete sein. 2002 legt man der Platte noch Brainsucker,
On The Edge, Solitary Man, Enough Is Enough (die letzten drei in Live-Versionen)
und From The Underworld (oooho, listen now!) als Bonus bei.
Look back with Rage? Ja, tun wir. Sehr gerne sogar.
www.noiserecords.com
Andi
HAMMERFALL - Crimson Thunder
(Nuclear Blast/edel)
Was vor einigen Jahren noch als großer Hype
des Labels belächelt wurde, ist mittlerweile zu einer Institution
in Sachen europäischer Metal geworden. Die Rede ist natürlich
von HAMMERFALL, die mit "Crimson Thunder" ihr mittlerweile viertes
Werk in die Läden stellen. Genial werden die Fans der Formation
sagen, klischeehafter Schas die Gegner . Kaum eine Band polarisiert
im Moment dermaßen; doch das ist eigentlich ein gutes Zeichen, denn
selten sind Stimmen zu vernehmen, die der Band "Durchschnitt"
unterstellen wollten. Auch gibt es kaum Rezensenten, die das Quintett
mit lapidaren Kommentaren wie "tut nicht weh, reißt aber auch
niemanden vom Hocker", abspeisen. Scheinbar gilt auch für HAMMERFALL
"Love them or Hate them". Eine Prognose, daß die Verkaufszahlen
in MANOWAR`sche Regionen emporsteigen werden, bedarf keinerlei hellseherischer
Fähigkeiten, und verwundert auch kaum. Zwar ist in musikalischer
Sicht keinerlei Neuerung festzustellen, dafür aber soundtechnisch.
Mit Charlie Bauerfeind konnte endlich ein Mann an den Reglern verpflichtet
werden, der es schafft, die durch die Bank gelungenen, melodiösen
Kompositionen, auch mit dem nötigen Druck zu versehen. Die Gitarrenfraktion
Dronjak/Elmgren klingt ein ums andere mal, als ob ACCEPT doch eine Reunion
in der Besetzung mit zwei Gitarristen durchgezogen hätten. Songs
wie der Titeltrack, der mächtige Opener "Riders on the Storm"
oder die alles überragende Coverversion des CHASTAIN-Gassenhauers
"Angel of Mercy" sind für die Ewigkeit bestimmt !! Da der
Durchbruch längst geschafft ist, bleibt für uns nur die Frage
was uns in Zukunft von dieser Band noch so ins Haus steht ?
Walter
Kleiner Tip meinerseits : a neiche CHASTAIN mitn Herrn Cains ois Sänger....
(geh bitte... Andi).
IMPELLITTERI - System X (Steamhammer/SPV/musica)
Ob es geschäftstechnisch wirklich günstig
ist, fast zeitgleich neue Werke der Herren Malmsteen, Pell und Impellitteri
ins Rennen zu schicken, sei einmal dahingestellt. Für den Fan des
traditionsbewussten, gitarrenorientierten, melodiösen Heavy Rock
ist es jedoch in diesen Tagen in jedem Fall sehr einfach, denn es reicht
eine einzige Ausfahrt zum CD-Händler seines Vertrauens. Chris Impellitteri
und seine Mannschaft bekommen auf "System X" bereits zum zweiten
Mal (nach dem Debüt "Stand In Line") zur Ehre Mr. Graham
Bonnet am Mikro begrüßen zu dürfen. Womit die Zielgruppe
aufgrund seiner ehemaligen Brötchengeber noch klarer zum Vorschein
kommt: ALCATRAZZ, MSG und RAINBOW-Fans müssen hier einfach zugreifen,
den diese Scheibe liegt genau in der Schnittmenge der genannten Combos.
Zwar reichen die Kompositionen qualitativ nicht ganz an die Standardwerke
der "Referenzbands" heran, vor der eingangs erwähnten Konkurrenz
müssen sich die Herrschaften aber auch nicht verstecken.
Walter
ELFMAN Common Sky (W.A.B./Napalm) >>>
LIVE
Daß diese Band aus Wien auf der Bühne
was los hat, davon durfte sich der heimische Konzertbesucher schon desöfteren
überzeugen. Nun wurde versucht, dies auch auf Compact Disc festzuhalten
und, soviel vorab: Operation gelungen, Patient lebt! "Experiments
based on nu metal" ist der bandeigene Versuch, den Elfman´schen
Sound in Worte zu fassen. Nicht der schlechteste. "Experimente"
sind auf "Common Sky" in der Tat einige zu hören, aber
durchdacht, sich ins Gesamtbild einfügend, niemals den roten Faden
aus den Augen verlierend. "Nu Metal"? Naja, warum nicht. Was
kann diese Truppe dafür, daß dem nicht mehr ganz so neuen Neu-Metall
ein mittlerweile ziemlich fader Beigeschmack anklebt? Eben, nichts! Und
von einer reinen Korn- oder Linkin´ Park-Kopie sind Elfman ungefähr
soweit weg wie der GAK von der Tabellenspitze. Nö, Freunde, "Common
Sky" zeugt von großem Ideenreichtum, "Common Sky"
überrascht von Song zu Song, "Common Sky" groovt und "Common
Sky" rockt. Mitverantwortlich für die musikalische Vielfalt
der Scheibe dürfte wohl auch der unterschiedliche Background der
einzelnen Elfmen zeichnen. Vom Malmsteen-Fan über den Samba-Zauberer
bis zum Synthie-Bastler reicht da die Palette. Genauso bunt wie das Klangbild
der Band selbst. Schwer in Worte zu fassen, wie gesagt, aber überzeugend.
Gebt der Band ihre Chance, hört in die Scheibe rein und, erscheint
am 9. 11., an dem Ihr ja sowieso alle zu Disharmonic Orchestra ins Planet
pilgert, ausnahmsweise mal pünktlich, denn da werden Elfman den Support
geben dürfen. Zurecht, wie sich herausstellen wird.
www.elfmanweb.com
AXEL RUDI PELL - Knights Live
(Steamhammer/SPV/musica)
Bereits zum zweiten Mal erfreut Axel Rudi nebst
Gefolgschaft die einschlägig vorbelastete Klientel mit einem Live-Epos.
Seine Hauptinspirationsquelle Mr. Ritchie B. ist immer noch deutlich herauszuhören,
aber daraus wird kein Hehl gemacht. In einem Medley werden RAINBOW mit
"Stargazer" sogar interpretiert. Auch ansonst hat "Knights
Live" so ziemlich alles zu bieten, was ein traditionelles Hardrock-Live-Album
aufweisen können muß: Gelungene Songs aus der langjährigen
Historie des Herrn Pell, Soli an allen Ecken und Enden, kompetente Musikanten
und mit Jonny Gioeli einen Sangesbarden, der hervorragend mit dem Publikum
kommuniziert. Beinahe zeitgleich wird auch eine DVD mit dem Titel "Knights
Treasures" ins Rennen geschickt, wobei die Playlist der Doppel-CD
übernommen wurde und um die üblichen Schmonzetten wie Intis,
Videoclips und Ähnliches erweitert wurde. In dieser Besetzung und
Form sollte der Durchbruch (Blinddarm? Andi) endgültig zu schaffen
sein
Walter
SAXON - Heavy Metal Thunder (Steamhammer/SPV/musica)
Herr Byford und sein Gefolge erleben im Moment
wohl ihren x-ten Frühling. SAXON, die ECHTEN wohlgemerkt, um ein
bisschen in alten Wunden zu kratzen, werden als Headliner der größten
europäischen Festivals gebucht, spielen quer über unseren Kontinent
in ausverkauften Hallen und haben noch dazu mit dem "Eagle"
ein Relikt ihrer Vergangenheit reaktiviert. Um auch den Nachwuchs-Metallern
eine gehörige Portion britischen Metals um die Ohren zu knallen,
aber auch um eine Art "Best Of" für die eingeschworene
Gemeinde zu präsentieren, steht diese Werk von nun an in den Läden.
An der Klasse von Songs wie "Wheels Of Steel", "Strong
Arm Of The Law",
.- diese Liste ließe sich endlos
fortsetzen, gibt es auch Jahre nach der Erstveröffentlichung nichts
zu Rütteln. Durch die moderne Produktion erhalten die Tracks noch
dazu ein wenig mehr Druck. Als besonders "Zuckerl" erscheint
die Scheibe als Doppel-CD, wobei die Bonus-CD einen Live-Mitschnitt aus
San Antonio vom letzten Jahr und mit "Killing Ground" einen
Videotrack, aufgenommen auf dem letztjährigen W:O:A enthält.
Essentiell!!
Walter
LUCA TURILLI - Demonheart (LMP/SPV/musica)
LUCA TURILLI - Prophet Of The Last Eclipse (LMP/SPV/musica)
Nachdem aus dem lange angekündigten Power
Metal-Nebenprojekt aus dem Hause RHAPSODY leider doch Nichts geworden
ist (leider? Andi), scheint Gitarrist/Bandchef/Hauptkomponist Luca Turilli
dennoch reichlich Material in der Hinterhand zu haben um seine Anhängerschaft
in regelmäßigen Abständen mit neuem Stoff zu versorgen.
Wie schon auf dem Solo-Debüt "King Of The Nordic Twilight"
steht ihm auch diesmal die halbe (ehemalige ?) HEAVEN`S GATE Formation
zur Verfügung. Als Sänger fungiert nach wie vor Olaf Hayer (DIONYSOS,
erste CD erscheint Anfang 2003 über AFM Records). Wer RHAPSODY zu
seinen Faves zählt, kommt an diesen Scheibletten ohnehin nicht vorbei,
denn besonders weit hat sich Meister Turilli nicht von seiner Stammformation
entfernt. Unterschiede sind aber logischerweise schon auszumachen, sonst
wär´ das Ganze ja doch ein neues RHAPSODY-Album geworden. Viele
der Klassik-Parts, die RHAPSODY so populär machen, wurden quasi gegen
soundtrackartige Teile ausgetauscht, zumindest "Prophet..."
klingt so, als ob das Ganze als Filmmusik konzipiert wäre. Die Vorab-EP
"Demonheart" enthält noch dazu einiges an Sammlermaterial,
wie eine exzellente HELLOWEEN-Coverversion von "I´m Alive".
Wie auch immer: die Fanscharen des Herrn Turilli werden höchsterfreut
sein, der Rest ist gerade dazu verpflichtet, zumindest ein Öhrchen
zu riskieren (sch... auf alle Pflichten! Andi).
Walter
THY MAJESTIE - Hastings 1066
(Scarlet/NSM)
Manchmal hab´ ich den Eindruck, in den "großen
Magazinen ist es Pflicht, Verrisse abzuliefern. Warum auch immer, verstehe
ich zwar nicht, da die Möglichkeit des Weitergebens einer CD an einen
Kollege aus der "Zielgruppe" kein allzu großes Problem
darstellen sollte. Nun gut, THY MAJESTIE sind im RH also derb verrissen
worden, was die Band zu einem Leserbrief animierte. Was das Alles mit
meinem Review zu tun hat, liegt auf der Hand. "Hastings 1066"
ist bei weitem nicht so schlecht, wie es vielleicht scheinen mag. Das
aus Italien stammende Sextett ist dem Genre Symphonic Metal zuzuordnen,
und ist nicht schlechter als zahlreiche andere Formationen aus ihrem Heimatland.
Melodiöse, bombastische Keyboardarrangements dominieren das Klangbild,
wobei die Klassikelemente fließend in das Gesamtbild eingearbeitet
wurden. Was soll also so übel daran sein, wenn sich eine weitere
Formation gekonnt, meiner Meinung nach, und das nicht zum ersten
Mal in diesem Genre versucht ? Da wir Monat für Monat mit
dem 4327ten Aufguß einer Fräulein/Männlein-Kombination
konfrontiert werden, die allesamt gerne als "innovativ" bezeichnet
werden, hat diese Band mit Sicherheit ihre Berechtigung. Ganz zu schweigen
von irgendwelchen Alternative-Heinis die uns als "Metaller"
zu verscherbeln versucht Tut Euch den Gefallen und testet "Hastings
1066" zumindest einmal an, Ihr werdet es NICHT bereuen !
Walter
SEVENTH ONE - Sacrifice (Massacre/edel)
Warum ausgerechnet Skandinavien permanent geniale
Newcomer an die Oberfläche spült, weiß ich auch nicht.
Bei SEVENTH ONE hat Massacre wieder einmal in den Underground-Sümpfen
des Nordens geangelt und einen ganz dicken Fisch an Land gezogen. Das
Quintett stammt aus Schweden, wobei Sänger Rhino Fredh norwegischer
Abstammung ist. Aufmerksamen Beobachtern des Undergrounds sollte die Formation
bekannt vorkommen, hatte sie doch schon die Ehre auf einem der vom RH
herausgegebenen "Unerhört!"-Sampler mitzuwirken. Auch auf
den vom HOW präsentierten "Metal Crusade"-Compilations
war die Band vertreten. "Sacrifice" ist dem melodiösen
Power Metal zuzuordnen, wobei zwar noch nicht alles perfekt ist, die Grundvoraussetzungen
für internationale Erfolge jedoch gegeben sind. Songs wie "The
Seventh Eye", "Remembrance" oder der Titeltrack lassen
auf eine große Zukunft hoffen, wenn die weiteren Kompositionen ähnlich
brillant ausfallen. Dem gegenüber stehen noch einige, in meinen Ohren
eher unausgegorene, Tracks wie "Hallowed Ground", bei dem vergessen
wurde durch Breaks für Abwechslung zu sorgen. Besonderes Lob meinerseits
ergeht an Rhino, dessen Stimme wie eine "nüchterne" Version
von LEFAY-Kehle Charles Rytkönen klingt; nicht so rau, aber ungemein
aufdringlich.
Weiter so meine Herren !
Walter
RAISE HELL Wicked Is My
Game (Nuclear Blast/edel)
Yeah, wicked is my fuckin´ game! Anders
gesagt: Thrash, Thrash und nochmals Thrash! Klar fallen einem beim ersten
Gedanken an diese spezielle Art unser aller Lieblingsmusik zunächst
eher mal Namen wie Slayer, Sodom, Kreator oder Destruction ein, dem einen
oder anderen vielleicht auch noch The Haunted, Exodus, Holy Moses, Mordred
oder.... oder eben Raise Hell. Die veröffentlichen am 28. 10. nämlich
ihr auch schon wieder drittes Album. Zeitgleich werden übrigens im
Rahmen der Nuclear Blast-"2 CDs auf einer"-Serie die beiden
Vorgänger "Holy Target" und "Not Dead Yet" gemeinsam
wiederöffentlicht. Dies nur für alle, die noch nicht im Besitz
erwähnter Alben sind. Doch zurück zur aktuellen Scheibe: Schon
der Opener "Hellborn" macht klar, daß sich im Hause Raise
Hell nicht allzuviel geändert hat und das ist verdammt nochmal gut
so. Da wird die Thrash-Keule geschwungen, der Thrash-Head gebangt und
die Thrash-Fist gen Thrash-Himmel geboxt. Stücke wie "The Haunted
House", "Death Race" oder der Titeltrack zwingen einem
geradezu zum Wohnzimmer-Pogo, zum fröhlichen Moshen durch die nachbarliche
Küche, zur Luftgitarre in der Badewanne. Auch die anderen 6 Tracks
(ergibt in Summe 9; für die schnellen unter Euch...) stehen um nichts
nach, und die Hervorhebung einzelner Songs erscheint sowieso nicht angebracht.
Diese Platte killt als Gesamtwerk; zeigt auf, daß Thrash Metal auch
2002 weder zur Modebewegung noch in die Frühpension mutieren wird.
Wicked Is Our Game? Definitely!
www.nuclearblast.de
Andi
JACK FROST Self Abusing
Uglysex Ungod (W.A.B./Napalm)
Still und heimlich haben sich die Linzer mit den
immer wieder für ein Schmunzeln sorgenden Pseudonymen Phred Phinster,
Mournful Morales, Gary Gloom und Collossos Rossos zu einem der auf internationaler
Ebene erfolgreichsten österreichischen Rock-Acts hinauf gearbeitet.
Gute zehn Jahre sind die morbiden Stahlstädter nun auch schon wieder
unterwegs, unlängst erschien ihr fünftes Album und alleine dessen
Titel macht in gewohnter JF-Manier klar, daß sich die Combo auch
weiterhin selbst nicht allzuernst nimmt. Mit ein Grund, sie zu mögen.
So überwiegen dann auch musikalisch keine ausgelutschen Gothic-/Doom-Klischees,
sondern eine fast schon rotzige Frische, die nixdestotrotz natürlich
jede Menge Schwermut und Melancholie mit sich trägt. Man braucht
keine neuen Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, um amtlich losrocken
zu können. Das wußten Black Sabbath schon vor 25 Jahren, das
wissen auch die hier. Die in der Info erwähnten Gluecifer müssten
schon sehr viel und sehr schlecht geraucht haben, um auf das typische
Jack Frost-Tempo zu kommen ;-) Auch die obligate Coverversion darf auf
"Self Abusing..." natürlich nicht fehlen. Nach den Mamas&Papas
oder Uriah Heep müssen diesmal die Linzer Kollegen "The Priests"
dran glauben. Auch eine Form von Nachbarschaftshilfe. In Summe schreit
das Album wie auch schon seine vier Vorgänger natürlich
wieder nicht nach "Hit!" oder "Trend!". Es befriedigt
vielmehr die nicht mehr allzukleine Fanschar, die man sich im Laufe der
Jahre kontinuierlich erspielt hat. Und welcher der Band trotz kleiner,
fast schon pflichtmäßig erscheinender Kurskorrekturen von CD
zu CD auch weiterhin Treue geloben wird. Einmal ein kleiner Gloom
Rock Bastard, immer ein kleiner Gloom Rock Bastard. Und, mal im Vertrauen:
sind wir nicht alle ein wenig gloomy... ?!
www.jackfrost.at
Andi
DIVERSE Melody And Power (Massacre/edel)
Im Prinzip steht alles, was es über diesen
Sampler zu sagen gibt, schon in der obigen Zeile: Diverse Interpreten,
die sich im Bereich des Melodic-und/oder Power-Metal beheimatet fühlen
und zudem beim deutschen "Massacre"-Label unter Vertrag stehen,
sind hier mit je einem Song vertreten. Das Erfreuliche dabei: die Scheibe
(16 Tracks) steht zum Special Price in den Läden. Nicht ganz so erfreulich:
alle Liedchens sind bloß aus den regulären Alben der einzelnen
Bands ausgekoppelt, soll heißen: keine unveröffentlichten Aufnahmen,
keine Live-Sachen, keine Raritäten oder sonstiges. Schade eigentlich.
Aber nun wollen wir dann doch auch noch ein paar Namen preisgeben: Den
Beginn machen MAJESTY, die "deutschen Manowar", mit ihrer Hymne
"Fields Of War". Der Song alleine beweist, warum die Truppe
im True Metal Bereich zu den momentan heißesten Eisen gezählt
wird, Interessenten mögen das komplette Album der Combo anchecken!
FIREWIND agieren anschließend in klassischen Melodic-Gefielden,
und das nicht schlecht. PRETTY MAIDS und ihr Ohrwurm "Would´n
Miss You" (zweimal hören und dreimal mitträllern) stellen
einen der ersten Höhepunkte auf "Melody And Power" dar.
Ein weiterer folgt auf dem Fuß und zwar in Form von CORNERSTONE.
Purple-Freaks sollten die Band und ihr aktuelles Album "Human Stain"
eigentlich kennen. Nun kommt es zum Wiederhören mit AXXIS (als ob
wer danach gefragt hätte...) und zur Auseinandersetzung mit den STRATOVARIUS-Fans
MEDUZA. Interessanter da schon SUPREME MAJESTY und unsere alten Freunde
von PINK CREAM 69 (Highlight!). Daß SCANNER noch immer leben und
mittlerweile eine Frau hinter´m Mikro haben, dürfte sich seit
der vor kurzem veröffentlichten Comeback-CD "Scantropolis"
schon umgesprochen haben. Daraus hören wir einen Song mit dem hübschen
Titel "Till The Ferryman Dies". Die Tour-Absager POWERGOD präsentieren
gemeinsam mit DORO deren Klassiker "Burning The Witches" aus
dem "Bleed For The Gods"-Album. METALIUM sind auch mit von der
Partie; für Freunde progressiverer Klänge empfehlen sich BALANCE
OF POWER. Nach USM sorgen EDENBRIDGE mit "Starlight Reverie"
dafür, daß auch ein österr. Act auf der Compilation vertreten
ist. Abgeschlossen wird das Teil mit den Christian Schmid-Freunden SILENT
FORCE und den Walter Scheurer-Kumpels HORIZON. Wir sehen: es ist für
jeden was dabei...
www.massacre-records.com
Andi
AUTUMN CLAN Requiem To The Sun (W.A.B./Napalm)
Spät, aber doch auch hier ein Review jener
Band, die mir schon im letzten Jahrtausend (genauer gesagt 1999) beim
damaligen Finale unseres Bandcontests angenehm aufgefallen ist. Seitdem
hat sich viel getan im Hause Autumn Clan. Diverse Demo-Aufnahmen und vor
allem viele Live- und Festival-Auftritte - u.a. als Support für In
Extremo oder Das Ich brachten den Steirern einen recht ansehlichen
Status in der heimischen Szenerie ein und nicht zuletzt einen Deal mit
Wait And Bleed. Dort erschien eben "vor kurzem" ihr aktuelles
Album "Requiem To The Sun", welches von Boban Milunovic produziert
und im schwedischen "Cutting-Room" gemastert wurde. Die Mucke
der Band in bestehende Schubladen zu ordnen, erscheint nicht sonderlich
leicht, aber lassen wir mal den auch vom Label auf der Info vorgeschlagenen
Banner "Gothic Rock" gelten. Wobei alleine "Rock"
schon sehr relativ ist hier, denn während´s auf der einen Seite
hie und da schon ein wenig "Metal" wird, mutiert´s auf
der anderen Seite fast zum reinen "Gothic"; also ohne "Rock".
Äh, egal. Autum Clan machen auf alle Fälle sehr emotionale Musik,
welche bei Genre-Fans durchaus die erwünschten Stimmungen hervorrufen
könnte. Dafür verantwortlich zeichnet nicht zuletzt Sänger
Jens, der jedem eigenen Song seine persönliche Note aufdrückt.
Unterstützt wird er dabei von den Gitarren (auch seiner eigenen...),
die ihm über der soliden Rhythmus-Abteilung durch die einprägsamen
Melodien begleiten. So entstand also eine Platte, die als Gesamtwerk zu
betrachten ist und daher keiner Anspieltipps bedarf, zumal "Requiem..."
auch als Wechselbad der Gefühle verstanden und wahrgenommen werden
darf und es wäre schade, eine einzelne Station dieser musikalischen
Reise zu versäumen. Fans der späteren Life Of Agony oder Type
O´-Jünger(innen), um hier endlich auch mal ungefähre Vergleiche
ins Spiel zu bringen, tun sich mit dieser Platte auf alle Fälle gewiß
nichts Schlechtes... und auch alle anderen, welche die Türe zur atmosphärischen
Düster-Mücke auch nur einen Spaltbreit offen haben, dürfen
hier gerne mal rein hören. Österreich hatte in dieser Richtung
schon immer gute Bands. Autumn Clan ist definitiv eine davon.
www.autumnclan.com
Andi
MY DARKEST HATE To Whom It May Concern
(Massacre/edel)
Zweitling der Band von Jörg M. Knittel, Oli
Großhans (beide Sacred Steel) und Klaus Sperling (Primal Fear).
Hatte das Debüt "Massive Brutality" noch den Beigeschmack,
daß hier ein paar renommierte Power Metaller in ihrer Freizeit hobby-mäßig
ein wenig dem Todesblei-Sound fröhnen, so beweist "To Whom..."
eindrucksvoll, daß My Darkest Hate eine ernstzunehmende Band darstellt
(die auch live ihre Sache beherrscht). Kurzes Intro und schon macht Neo-Shouter
Chris Simper (ex-Disinfect; sein Vorgänger Rene Preiffer mußte
den Job bei MDH leider wegen einer Krankheit an den Nagel hängen)
mit einem herrlich bösem "Begrüßungs-Rülperl"
klar, worum´s hier geht. Old-School-Geknüppel steht auf dem
Programm, nicht einmal lassen Bolt Thrower oder Slayer grüßen.
Welche Schule die Jungs durchgegangen sind, macht auch die Coverversion
von "Brain Dead" klar. Da auch produktionstechnisch (Achim Köhler;
u.a. Pungent Stench) nichts zu bemängeln ist, darf man hier von einem
rundum gelungenen Death-Thrash Album sprechen, welches Genre-Fan auf alle
Fälle anchecken sollten.
www.massacre-records.com
Andi
UFO - Sharks (Steamhammer/SPV/Musica)
Die alte Streithähne Phil Mogg und Michael
Schenker haben sich (zumindest vorübergehend) wieder liebgewonnen
und erfreuen ihre treue Gefolgschaft mit einem brillanten neuen Machwerk.
"Sharks" zeigt die Band (Pete Way am Bass und Aynsley Dunbar
am Schlagzeug komplettieren die aktuelle Besetzung) von ihrer stärksten
Seite. Schon der Opener "Outlaw Man" gibt eindeutig die Richtung
vor. Es wird gerockt wie in den besten Zeiten, obwohl der Song auch Südstaaten-Formationen
nicht schlecht zu Gesicht stehen würde. Weitere Beispiele wie "Quicksilver
Rider" oder das grandiose "Serenity", sowie der in meinen
Augen Höhepunkt des Albums namens "Sea of Faith" sollten
auch die Zweifler unter der Leserschaft davon überzeugen, dass mit
UFO in dieser Besetzung unter den gegebenen Voraussetzungen noch immer
zu rechnen ist.
Walter
MESSIAH`S KISS - Prayer For The
Dying (Steamhammer/SPV/Musica)
Bands mit "Messiah im Namen waren schon
seit Jahren Bestandteil unserer Szene und bürgten auch fast immer
für Qualität. Ich erinnere hier nur an Messiah Prophet oder
Messiah Force (wer kennt die nicht... außer Dir? Andi). Nun legen
also die von mir fälschlicherweise als Newcomer betrachteten Messiah´s
Kiss ihr Debüt in die Läden dieser Welt. Für Newcomer sind
die Herrschaften dieser deutschamerikanischen Liasion nämlich
bereits zu lange im Geschäft, was man den Kompositonen auch anhört.
Die Instrumentalfraktion war lange Jahre unter dem Namen REPRESSION im
deutschen Metal-Underground vertreten, und Sänger Mike Tirelli veredelte
mit seiner rauen Stimme zuletzt unter anderem die Scheiben von HOLY MOTHER.
Wer sich mit letztgenannter Band anfreunden konnte, wird auch an "Prayer
For The Dying" nicht vorbeikommen. Melodiöser Power Metal ist
hier Programm und Tirelli´s Stimme setzt den wahrlich gelungenen
Songs noch das Sahnehäubchen auf. Wer´s nicht glaubt, besorgt
sich schnellstens das Album und bangt zu gnadenlos genialen Songs wie
"Light In The Black" oder "Reign Of Fire", oder den
Titelsong, oder.....; na geschnallt ? So, jetzt ab in den nächsten
CD - Laden!
Walter
SPOCK`S BEARD - Snow (Inside Out/SPV/Musica)
Hier ist es also, das erste, das ultimative Konzeptalbum
dieser amerikanischen ProgFormation, die zu Recht von ihrer Fanschar
vergöttert wird. Leider Gottes hat die Plattenfirma den Hörgenuß
der Promoexememplare auf die Hälfte reduziert. Soll heißen
anstelle der Doppel-CD ist in der Promoversion lediglich CD 1 enthalten.
Eine grandiose Idee zur Beurteilung eines Konzeptalbums! Genug gelästert;
denn schon die vorliegende erste CD reicht aus, um ins Schwärmen
zu geraten. Die Geschichte handelt von einem Typen namens Snow, dem heilende
Fähigkeiten in die Wiege gelegt wurden. Näheres zum Konzept
wird im Interview , das demnächst stattfinden sollte, erläutert.
Die musikalische Ausrichtung des Werk mit "ProgRock" zu
klassifizieren ist, gelinde gesagt, untertrieben. Meine Geringfügikeit
vermag JazzElemente ebenso heraushören, wie eingängige
Rock Parts. Von Gitarrenattacken bis hin zu Bläsereinsätzen
wird alles geboten, was in irgendeiner Form erlaubt ist. Es ist beinahe
unmöglich, jedes Detail zu erfassen, denn dazu MUSS diese Scheibe
zumindest zehnmal hintereinander gehört werden. Wer sich also die
gesamte Doppel-CD so richtig geben will, sollte unmittelbar nach dem Erwerb
um eine Woche Urlaub ansuchen. Wenn Spock´s Beard nicht endlich
in die "Himmel" der Proggies zu YES, GENESIS und DREAM THEATER
emporgehoben werden, dann läuft irgendetwas faul...
Walter
THE FALLEN - Front Toward Enemy (Metal Blade/NSM)
So ist das also. Nicht nur das gemeine Fußvolk
begibt sich in die unendlichen Weiten des Internets, um nach neuen, talentierten
Bands Ausschau zu halten. Auch Plattenfirmen sind auf diesem Gebiet aktiv.
Im vorliegenden Fall hat die kalifornische Band THE FALLEN durch den Gewinn
eines Bandwettbewerbs, namens "Metal Search 2000", der von www.mp3.com
und Metal Blade Records gesponsert war, ein Deal bei eben jenem Label
erhalten. Das Quartett aus Orange County hat sich dem Metal verschrieben,
wobei der Grenzbereich zwischen Death und Thrash vollständig abgedeckt
wird. Aber auch Elemente aus der HardcoreEcke sind zu vernehmen.
Speziell der Gesang erinnert ein ums andere mal an PRO-PAIN. Ihr merkt
schon hier wird heftigst geknüppelt. Im amerikanischen Underground
haben sich die vier Herren schon einen recht guten Namen gemacht, in unseren
Breiten sollte "Front Toward Enemy" ebenfalls dafür sorgen.
Walter
DIES IRAE - The Sin War (Metal
Blade/NSM)
Nicht nur in Skandinavien scheint es an der Tagesordnung
zu sein, mit bekannten Musikern anderer Bands Nebenprojekte aus der Taufe
zu heben. Auch in Polen scheint dies zum guten Ton in der Metal Szene
zu gehören. Hinter DIES IRAE verbergen sich die Herren Mauser (G)
und Doc (D) von den beinahe schon "einheimischen" VADER, sowie
Hiro (G) von SCEPTIC und Novy (B;V) von BEHEMOTH bzw. DEVILYN. Schon die
bloße Erwähnung der Bandnamen sollte die Zielgruppe in Verzückung
stürzen, denn einer großartigen Analyse des Sounds bedarf es
wahrlich nicht. Death Metal der technischen Sorte, ab und an durch dezente
Industrial-Einsprengsel aufgelockert wird hier zelebriert, dass einem
Angst und Bange werden kann. Wie gesagt, ein gefundenes Fressen für
die Zielgruppe !
Walter
Theory Of A Deadman - "Theory
Of A Deadman" (Roadrunner/Musica)
"You try to open your mouth but only shit would come out" -
ehrliche, rauhe Texte also, die uns die Vancouver da vor die Füße
rocken. Wer Vergleiche mit Nickelback ziehen will, möge das beruhigt
tun: tatsächlich wurden die Jungs von Nickelback-Frontler Chad Kroeger
produziert, wobei der Meister selbst auch an den Songs mitschrieb und
Gitarrenparts beisteuerte. Wen wundert's also. Nett (von knochentrocken
bis schwermütigst balladig) ist die Scheibe aber trotzdem - oder
gerade deshalb, who knows.
www.theoryofadeadman.com
Althea
Mushroomhead - "XX" (Motor/Universal)
Eins vorweg: trotz maskentragender Musiker ist
diese Band KEIN Slipknot-Verschnitt! Die Truppe aus Cleveland gibt's immerhin
bereits seit Anfang der 90er - nur wurde bislang (inklusive einiger Veröffentlichungen
und zahlreicher Live-Gigs) im Underground gewerkt, bevor 2001 auf den
Major Deal eingegangen wurde. Dem in Folge das Major Debüt entsprang.
Welches verdammt geil, durch den Wind, verrückt, experimentell, tiefgehend,
abwechslungsreich, laut - na, wir wollen nicht übertreiben, also:
geil rüberkommt, anstatt einfach nur krank und pervers. Kurz: guter
Metal-Mix mit Rap(core)- und Pure Rock- sowie (sure!) schwerst metallischen
Komponenten, in dem keine einzige Note verschwendet, keine einzige Pause
eingelegt wird.
Althea
Stonesour - "Stonesour" (Roadrunner/Musica)
Am Mikro steht zwar Corey Taylor, seines Zeichens
Frontman der durchgeknallten Slipknot-Combo. Wer allerdings glaubt, dass
damit alles geritzt sei, irrt - zum Teil klingen die Songs irgendwo zwischen
Metalcore und groovigem Rock zwar interessant, insgesamt kommt das ganze
aber ziemlich müde rüber. Mir - mir FEHLT WAS (oder wer von
euch kennt diese Radio-Autowerbung nicht? (ich! Andi))....
www.stonesour.com
Althea
Thine - "In Therapy" (Peaceville/edel)
Depressive, schräge Klänge aus den dunklen
Winkeln der menschlichen Psyche inklusive herzerwärmendem Geklampfe
mit hängenbleibenden Melodien, das zum Nachdenken und Kopf-wie-irr-hin-und-her-wippen
anregt, und perfekt für die kommenden düsteren Herbstabende
allein daheim (mit vergilbten Erinnerungsfotos in der einen und einer
Flasche Bordeaux in der anderen Hand) scheint.
www.peaceville.com
Althea
The Bones - "Bigger than Jesus" (NSM)
Schwedisch-punkiger Fast Forward-Rock'n Roll ohne
süße kleine Melodien oder auf Bravo-Leser zugeschnittene Texte.
Dafür mit einem musikalischen Fluß, der vom ersten bis zum
letzten Track mitreißt, unverblümt in den Aussagen und grad
darum so "refreshing". Die korrekte Untermalung für das
Easy Livin', das wir in Wirklichkeit alle gern hätten - Sonnenbaden
am Dach des Nachbarautos, Gitarren aus dem Wohnzimmerfenster hauen und
Nacht für Nacht durchzechen, ohne am nächsten Tag verkatert
zu sein oder gar in die Arbeit gehen zu müssen. Hach, ja...
www.bonesrocknroll.com
Althea
Fear Factory - "Concrete" (Roadrunner/Musica)
Im Juli 2002 kam dieses bis dahin ungeborene Kind,
sprich das jahrelang unveröffentlichte Erstlingswerk der Südkalifornier,
endlich an die Frischluft - mit Death Metal-Grollen, harschem Gegrunze
und rauhesten Tönen. Manche der Tracks wurden zwar in den bekannten
FF-Alben re-recorded, umgeformt, umbenannt, weiterverwendet, 98 Prozent
klingen aber auf jeden Fall völlig unbekannt. So soll es sein. Die
Fans dürfen damit an den Wurzeln ihrer Heroes schnuppern, die schon
gar nicht mehr da sind. Interessante Wurzeln, gute Idee. Schön für
Dino & Co., die jetzt, spät aber doch noch was von ihrer wirklich
ersten Platte haben. Ob die Fan-Welt damit allerdings wieder heil ist,
wage ich persönlich zu bezweifeln.
Althea
STORMWITCH - Dance With The Witches
(Silverdust/NSM)
Nach dem Split dieser süddeutschen Melodic
Metal-Formation vor doch schon einiger Zeit, kommt nun Ex-Sänger
Andy Mück nicht daran vorbei, den Versuch eines Comebacks zu wagen.
Mit komplett neuer Mannschaft (von seinen früheren Bandkollegen sind
ja Gitarrist Lee Tarot mit TAROT`S MYST und Bassist Martin Albrecht bei
VALLEY`S EVE noch immer aktiv in der Szene vertreten.) folgt also 2002
unter den Fittichen des aufstrebenden SilverdustLabels der auf CD
verewigte Comeback-Versuch. Die Melodic MetalAnteile sind natürlich
immer noch die Basis des Sounds, aber auch moderne, zur Zeit recht angesagte
Stilelemente sind zu vernehmen. Keine Panik! Ich meine natürlich
die mitteralterlichfolkloristischen Einflüsse, die in Songs
wie " The Devil´s Bride" zum Vorschein kommen. Ob die
Formation an glorreiche Zeiten anschließen können wird, als
man in Osteuropa zu den Top-Acts zählte, das wird die nahe Zukunft
zeigen, mit "Dance of the Witches" ist ihr jedenfalls ein mehr
als nur gelungener Wiedereinstieg in die schwermetallene Szenerie gelungen.
Daumen hoch für die Sturmhexe !!
Walter
WW III When God turned Away (Reality Entertainment/edel)
Und noch ein Comeback-Versuch ! Mandy Lion, Sänger
und Drahtzieher dieser Formation hat nach Jahren wieder Musiker um seine
Person versammelt, um ein zweites WW III Album aufzunehmen. Das Debüt
aus dem Jahre 1990 kenne ich zwar, ist mir aber nicht unbedingt in Erinnerung.
Daher gehe an "When God turned away" eher wie an einen Erstling
heran. Mandy ´s Stimme erinnert mich nicht lachen, es ist
einfach so - am ehesten an Szene Original Cle von den ANGRY ANGELS in
deren thrashigeren Songs (warum sollte man da jetzt auch lachen?! Andi).
Aus musikalischer Sicht würde ich WW III in die Kategorie groove
orientirter Heavy Rock einordnen. Schon der Opener "Rise Up"
zeigt einem deutlich die Marschrichtung, die bis auf wenige Ausnahmen
beibehalten wird. Als besonderes Schmankerl muß die Cover-Version
von "Fighting for the Earth" der US Metal Legende WARRIOR angeführt
werden. Hervorragende Auswahl, meine Herren! Oder liegt es etwa daran,
dass dieses Scheibchen in den Silver Cloud Studios des Herren Joe Floyd,
der bei WW III auch die Laute rupft, aufgenommen wurde ? Wo dieser Typ
an und für sich für die Gitarre zuständig ist, muß
hoffentlich nicht näher erläutert werden. Wie auch immer , Dampfhammer
-GrooveMetal wie dieser ist immer zu empfehlen !!
Walter
ANGUISH - Symmetry (Massacre/edel)
Cooles Teil! Deutschen ProgMetal Bands war
ich ja noch nie abgeneigt, aber mit ANGUISH präsentieren uns Massacre
ein für das Label zwar untypisches Produkt, doch dafür ein absolutes
Highlight. Die aus Heidelberg stammende Formation überzeugt über
die gesamte Spielzeit durch das perfekt ausgeklügelte Zusammenspiel
der Gitarrenfront mit den Keyboards. Basierend auf einem druckvollen Rhythmusteppich
verzaubern die Herrschaften (mit Dame an den Tasten) die Zuhörerschaft.
Darüber hinaus weiß auch Sänger Nuno zu überzeugen.
Die im Infozetterl zitierten Queensryche und das Traumtheater vermag ich
zwar nicht zu herauszuhören, sehr wohl aber FATES WARNING. Der Titelsong,
das eher düster beginnende "Moonlight", oder auch das mit
Akustikgitarren startende "Maze of Emotions" würden auch
unseren Göttern nicht schlecht zu Gesicht stehen. Selbstverwirklichungsversuche
der Insrumentalisten sucht man vergeblich, auch die Produktion klingt
einwandfrei.Was bleibt mir also mehr zu schreiben als: reinhören,
kaufen, mitnehmen und endlos liebhaben....
Walter
RIOT - Through the Storm (Metal Blade/NSM)
In ihrer knapp 25-jährigen Geschichte haben
RIOT so ziemlich alles mitgemacht, was eine Band erleben kann. Von positiven
Erlebnissen, wie einem umjubelten Auftritt in Wacken bis hinzu businesstechnischen
Tiefpunkten und Line Up-Problemen, die zu Tourneeabsagen führten,
ist so ziemlich alles vorhanden. Stilistisch sind die Frühwerke dem
klassischen Hardrock zuzuordnen, während man Ende der Achtziger bis
Mitte der Neunziger MetalKlassiker der Sorte "The Privilege
of Power" oder "Nightbreaker" veröffentlichte. Seit
Mike Dimeo den Posten des Sängers übernommen hat, tendiert der
Stil wieder ganz klar in Richtung "Old School". So auch
auf "Through the Storm". Neu im Boot gegenüber den letzten
Scheben ist Drummer Bobby Rondinelli, der Namensvetter Jarzombek zumindest
im Studio vertreten hat. Die einzelnen Tracks fressen sich durch die Gehörgänge
und verankern sich in den Gehirnwindungen. Besondere Beispiele gefällig?
Teste einmal den Titelsong, oder "Turn the Tables", oder "Burn
the Sun", oder...., es ließen sich eigentlich alle Songs anführen,
inklusive der UFOCoverversion "Only You Can Rock Me" und
der instrumental vorgetragenen BEATLESNummer "Here Comes The
Sun". Die Zielgruppe kann problemlos blind zugreifen !!
Walter
THRESHOLD - Critical Mass (Inside Out/SPV/Musica)
In regelmäßigen Abständen erfreut
uns die englische ProgFormation rund um Guitar-Hero Karl Groom mit
qualitativ hochwertiger Kost. So auch in diesem Jahr. Was sich schon auf
den letzten beiden Werken "Clone" und "Hypothetical"
abgezeichnet hat, wird auf "Critical Mass" manifestiert. Nicht,
dass meine Wenigkeit die Gesangsleistungen der Herren Damian Wilson und
Glynn Morgan nicht zu schätzen wüsste, aber in meinen Ohren
klangen Threshold nie so homogen wie heutzutage. Auch Andrew Macdermott
hat sich gesangstechnisch seit alten SARGANT FURYTagen stark verbessert
und passt zu den Songs wie der Popo auf die Klobrille. Wem die Band früher
vielleicht zu sperrig gewesen ist, muß unbedingt in Ohrwürmer
wie "Phenomenon" oder "Choices" oder "Falling
Away" reinhören. Als ganz besonderes Highlight sei allerdings
der fast vierzehnminütige Titelsong ausgepriesen, zu dem lediglich
ein lapidares "Prog as Prog can" angemerkt werden darf. Ihr
könnt mich für verrückt erklären (a geh... Andi),
aber diese Scheibe wird neue Maßstäbe in diesem Genre setzen
! Dazu bleibt mir lediglich noch ein Zitat von einem unserer Götter:
"All I ask of you is BELIEVE".
Walter
WARLORD - Rising Out Of The Ashes (Drakkar/BMG)
Hocherfreut nahm ich vor Monaten zur Kenntnis,
daß William Tsamis und Mark Zonder so "nebenbei ihre
KultFormation WARLORD wieder zum Leben erweckt haben. Weniger erfreut
war ich, als der Sänger bekanntgegeben wurde. Versteht mich nicht
falsch, so sehr mir HAMMERFALL auch ans Herz gewachsen sind, die Kombination
Joachim Cains und Warlord schien mir nicht unbedingt das Gelbe vom Ei
zu sein. Zugegebenermaßen muß aich ber anführen, dass
die Coverversion von "Child of the Damned" nach wie vor eines
meiner Lieblingsstücke der Schweden ist. Wie auch immer, die Bezeichnung
NEUES Album ist bei "Rising..." ohnehin mit Vorsicht zu genießen.
Der Opener "Battle of the Living Dead" stammt genauso von LORDIAN
GUARD (der legitimen WARLORD - Nachfolgeband des Herrn Tsamis) wie "My
Name is Man", "Winds of Thor", "War in Heaven"
und "Invaders". Dazu gibt es noch ein Remake des Gassenhauers
"Lucifer´s Hammer". Ich werde das Gefühl nicht los,
es handelt sich um eine Art Compilation -Album mit neuen Songs. Dazu kommt
noch erschwerend die Tatsache, dass auch noch die gesamte Spielzeit über
diese permanente HAMMERFALL Touch zu vernehmen ist. So, jetzt aber
genug gelästert ! Komplettisten werden sich das Scheibchen ohnehin
zu legen, und die heutige Jugend sollte ebenfalls ein Ohr riskieren, um
zu verstehen, was gemeint ist, wenn die "Alten" von Kultbands
zu schwärmen beginnen.
Freuen wir uns also auf eine "tatsächlich neue" WARLORD,
die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.
Walter
KRAZE
- Devil in Disguise (Iron Glory/NSM)
Das wurde aber auch Zeit ! Freunde, ihr könnt´ eure alten abgenudelten
Tapes endgültig zur Entsorgung freigeben. "Devil in Disguise"
enthält Songs der (I III betitelten ) Demotapes dieser amerikanischen
Metaller. Diese stammten aus den Jahren 1987 1989 und dementsprechend
klingen sie auch. Ob alle Songs der Demos übernommen wurden, entzieht
sich meiner Kenntnis, da mein "Kassetterl" so ungefähr
die dritte Kopie einer Zusammenstellung der Songs ist, aber das nur so
nebenbei. Wer sich immer noch amerikanischen Power Metal dieser Zeit reinzieht,
der gelegentlich in Richtung Speed Metal tendiert, aber auch gefühlvolle
Momente bietet, kann mit dieser CD nichts falsch machen. Auch die Stimme
sollte der Zielgruppe zusagen, diese ist zwar in höheren Gefilden
anzusiedeln, von "Eunuchengequäke" aber weit entfernt.
Daher ergeht von meiner Seite nicht nur eine dringende Kaufempfehlung
an die Zielgruppe, sondern auch meine persönliche Verneigung vor
Iron Glory Records, die uns immer wieder mit Leckerbissen dieser Art erfreuen
!
Walter
MOB RULES - Hollowed Be Thy Name
(Steamhammer/SPV/Musica)
Mit "Hollowed
steht mittlerweile
das dritte Scheibchen der norddeutschen Band rund um HAMMERSchreiberling
Matthias Mineur in den Regalen. Waren schon die Vorgängerwerke nicht
von schlechten Eltern, so muß der Band zu ihrem bisherigen Karrierehöhepunkt
gratuliert werden. Die immer wieder in Umlauf gebrachten Vergleiche zu
den Hamburger "Mega Acts" sollten diesesmal entgültig
verstummen. Ich meine viel eher zahlreiche Reminiszenzen an SAVATAGE neueren
Datums ausmachen zu können. Auf Grund der Instrumentierung (Doppelpackklampfen
und Keyboard) kann ein gleichzeitig druckvoller wie melodiöser Sound
vorgebracht werden. Manche, fast klassisch klingende Passagen erinnern
an die italienische Schule, aber auch die Werke des Herrn Yngwie dürften
nicht ganz unbekannt sein. Das zum Überleben in diesem Genre benötigte
Quentchen Glück sollte in Bälde den Durchbruch für MOB
RULES bringen, denn was bitte sollte uns auf dem Sektor des Melodic Power
Metals aus Europa in den nächsten Monaten mehr erfreuen, als "Hollowed
Be Thy Name" ?
Walter
GEOFF TATE - Geoff Tate (Sanctuary/edel)
Als eingefleischter Queensryche-Fan (`till the
day i die) begegne ich diesem Solo-Debut mit gemischten Gefühlen.
Denn diese einzigartige Stimme werde ich stets mit dem genialen Quintett
aus Seattle assoziieren. Der Opener "Flood" tönt anfangs
ja noch recht vielversprechend, bevor die monoton vor sich hintuckernden
Synthies die Hoffnung auf ein echtes Rock-Album zunichte machen. Fast
erwartungsgemäß bewegt man sich eher in experimentellem Fahrwasser,
trendige Loops, sterile Computersounds, erinnert mich ein wenig an das
bislang schwächste Queensryche Album "Hear In The Now Frontier".
"Helpless" weckt zunächst Erinnerungen an "Silent
Lucidity" und überrascht dann mit einer wunderschönen spanischen
Gitarre. In "Grain Of Faith" und dem abschließenden "Over
Me" kommt dann doch noch eine, wenn auch sparsam eingesetzte Heavy-Gitarre
zum Zug. Geoff Tate selbst sagt zu diesem sehr persönlichen Album:
"Die Stücke behandeln das stärkste Gefühl das es gibt:
Die Liebe! Es geht um Gefühle, die man für jemanden empfindet,
wie Beziehungen funktionieren oder eben nicht, die Missverständnisse,
und was sonst eine Beziehung so ausmachen kann. Es ist ein Schritt aus
sich heraus, eine neue Erfahrung vor der man vielleicht lange Zeit Angst
hatte sie zu machen". Ein ruhiges, stimmungsvolles, melancholisches
Album, daß mit seiner eigentlichen Band herzlich wenig zu tun hat.
Aber diese Stimme! Nehmt euch Zeit, hört rein und gebt selbst ein
Urteil ab! Sollte (muß!) man als echter Queensryche Fan dennoch
besitzen. Und hoffen wir, daß die nächste Queensryche wieder
so richtig rockt (die Hoffnung is´ a Hund.... Andi).
http://www.geofftate.com
Ger-Hard
ANVIL - Still Going Strong (Massacre/edel)
Die kanadischen Holzfäller rund um Frontman
Lips und Drumtier Robb Reiner geniessen mittlerweile Kultstatus. Bereits
1981 erschien ihr Eigenregie produziertes Debut "Hard`n`Heavy",
damals noch unter dem Bandnamen Lips. Bereits mit dem Zweitwerk "Metal
On Metal" erwarben sie den Ruf, eine der härtesten und kompromisslosesten
Bands der Szene zu sein. Leider hat sich 20 Jahre später der kommerzielle
Erfolg noch immer nicht eingestellt. Auf "Still Going Strong"
präsentieren sich die Kanadier nach wie vor selbstbewußt und
energiegeladen. Schnörkelloser Heavy Metal heißt die Devise,
ein Fest für alle Headbanger und Nostalgiker. "Old School"
nennt man das heutzutage. Ein wenig mehr Abwechslung wäre zwar kein
Fehler gewesen und wofür das Drumsolo bei "White Rhino"
gut sein soll, ist mir nicht ganz klar. Braucht das wer? Dennoch, wer
auf erdigen, traditionellen Metal mit roughen Gesang steht, sollte sich
diese CD unbedingt mal reinziehen. Anvil zeigen, daß mit ihnen immer
noch zu rechnen ist!
Ger-Hard
DARKANE - Expanding Senses (Nuclear
Blast/edel)
YES! Genauso sollte moderner Thrash Metal klingen.
Darkane sind eine junge Band aus Schweden (wieviele Metal-Bands gibt`s
dort eigentlich noch?!), die den Thrash der alten Schule geschickt mit
modernen Elementen verbindet. Stilistisch würde ich sie irgendwo
zwischen Pantera, alten Metallica, Anthrax und Fear Factory ansiedeln.
Hart, kompromisslos und schnell, überrascht man dennoch immer wieder
mit Chören und melodiösen Refrains. Für exzessive Bang-Orgien
vortrefflich geeignet. Könnte man, was das Wechselspiel von mörderischen
Riffgewittern und Melodie betrifft, auch mit ihren Landsleuten von In
Flames vergleichen. Gibt`s den Begriff "Nu-Thrash" eigentlich
schon? Mir persönlich gefällt "Chaos Vs Order", das
mit völlig untypischen, dezent eingestreuten Keyboardsounds überrascht,
ganz besonders. Ganz einfach mal reinhören. Was Folgeschäden
wie angeknackste Nackenwirbel und Räumungsklagen betrifft, wird von
unserer Seite keinerlei Haftung übernommen. Darkane demonstrieren
nachdrücklichst, daß exzellenter Thrash-Metal nicht zwingenderweise
aus der Bay Area kommen muß. They really kick ass!!!
Ger-Hard
ANGRA - Hunters And Prey (SPV/Musica)
Die Brasilianer haben den Ausstieg dreier Mitglieder,
darunter Sänger Andre Matheos, erstaunlich gut verkraftet. Das Comeback-Album
mit dem treffenden Titel "Rebirth" wurde von der internationalen
Fachpresse mit wahren Lobeshymnen abgefeiert. Der neue Frontman Edu Falashi
hat die schwierige Aufgabe, Herrn Matheos zu ersetzen, mit Bravour gemeistert
Als kleine Draufgabe für alle Angra-Freaks gibt´s nun seit
kurzem das Mini-Album (immerhin fast 40 Minuten Audio) "Hunters And
Prey" zum Special Price. Der Titeltrack kommt auf Englisch und Portugiesisch,
"Rebirth" und "Heroes Of Sand" klingen auch akustisch
nicht übel, dazu kommen 3 weitere brandneue Tracks sowie das Genesis-Cover
"Mama" (des braucht wer... Andi). Abgerundet wird das Ganze
durch einen üppigen Multimedia-Teil mit Photogallery, Screensaver,
Wallpapers und dem Videoclip zu "Rebirth". Vorausgesetzt man
besitzt einen Computer, eh kloar! Finde ich voll o.k., das Teil. Für
alle, die Angra noch nicht kennen, stilistisch würde ich sie unter
"Melodic Progressive Power Speed Metal" einordnen. Alles klaro?!
Ger-Hard
SILVER MOUNTAIN - Breaking Chains (Reality/edel)
In Schweden und Japan haben sie angeblich Legendenstatus.
Gegründet bereits 1978 (!) von Jonas Hanson (voc., guitars) und Per
Stadin (b.), stieß 1982 das Brüderpaar Johansson zur Band.
Man veröffentlichte zwischen 1983 - 1988 drei Alben, um in der Folge
getrennte Wege zu gehen. Keyboarder Jens Johansson spielte danach u.a.
bei Yngwie Malmsteen, Stratovarius und Dio, Bruder Anders verdingte ebenfalls
bei Malmsteen und später bei Hammerfall. Überraschenderweise
basiert das Material dieser CD auf uralten Demos, die nun völlig
neu aufgenommen wurden. Das heißt, man covert sich eigentlich selbst.
Ist aber völlig egal, kennt hierzulande ohnedies niemand (oder doch?!).
Bereits beim 2. Track "Before The Storm" wird klar, an welcher
Band man sich seinerzeit orientierte. Rainbow lassen an allen Ecken und
Enden grüßen (Ha! Wer hätte das bei diesen Bandnamen erwartetet?!
Andi). Eigentlich logisch bei dem Bandnamen (sagte ich bereits, Andi).
Schon wieder nichts, das die Musikwelt revolutioniert. Aber da es Rainbow
schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gibt (was ist mit der Reunion?!),
durchaus legitim. Gediegener Hardrock mit klassischen Einflüssen,
nicht zu melodiös und geschliffen, eine wahre Wohltat nach dem 99sten
Stratovarius-Klon. Long Live Rock`n`Roll!
Ger-Hard
FIREWIND - Between Heaven And
Hell (Massacre/edel)
US-Power Metal aus Georgia. Firewind ist die Band
des 21-jährigen griechischen Gitarristen Gus G., Drummer Brian Harris,
Bassist und Landsmann Konstantine und dem Ex-Kenziner Sänger Stephen
Frederick. Hier macht das Wörtchen "Power" wahrhaftig Sinn.
Die ersten 4 Songs gehen unbarmherzig nach vorne los, ehe man uns mit
dem Instrumental "Oceans" die erste kurze Ruhepause gönnt.
Hier wird die Fahne des traditionellen Metal bedingungslos hochgehalten.
Hymnisch, kraftvoll, mit jeder Menge Ohrwurm-Refrains. Vor allem die kraftvolle,
rauhe Stimme von Stephen Frederick hebt dieses rundum gelungene Debüt
von der Masse ähnlicher Veröffentlichungen ab. Besonders gelungen
finde ich die Coverversion von "Pictured Life", einem Uralt-Song
der mittlerweilen unendlich peinlichen Scorpions. Produziert hat Saiten-Hexer
David T. Chastain, was soll da noch schiefgehen?! Bleibt zu hoffen, daß
man sich gegen die Veröffentlichungsflut der Konkurrenz durchsetzen
kann.
Ger-hard
DARK DECEPTION "6
Gates To The Unknown" (Demo)
Das bereits 2001 erschienene Demo der Österreicher
DARK DECEPTION bietet eine Mischung aus Death- und Black Metal. Es dominieren
zwar die Death-Einflüsse, aber die Stimme und die Keyboards tendieren
doch das eine oder andere Mal eher in Richtung Black. Vorweg gesagt, mir
gefallen die Parts von "6 Gates To The Unknown", wo herber Death
Metal vorherrscht, doch um eine Ecke besser als der Rest. Meiner Ansicht
nach liegen nämlich die Stärken von DARK DECEPTION genau dort,
wo geknüppelt und gegrowlt wird, denn exakt in diesem Bereich entwickeln
die Jungs jede Menge Energie und Eigenständigkeit, was gerade für
eine junge Band sehr wichtig ist, um auf dem von zahlreichen Bands und
Veröffentlichungen überschwemmten Markt überhaupt eine
Chance zu bekommen. Bei den Abschnitten, wo gekreischt und fest in die
Tasten gegriffen wird, wirken DARK DECEPTION irgendwie schaumgebremst
und zu sehr auf Trends fixiert. Der Sound des vorliegenden Demos ist leider
auch nicht wirklich der Beste, aber für Demoverhältnisse ist
er im Großen und Ganzen recht passabel geworden. Hie und da klingen
die Drums und die Gitarren, die aber gerade die tragenden Instrumente
der Musik von DARK DECEPTION sind, ein wenig verwaschen und nehmen den
Stücken an Power. Doch trotz der vorhin erwähnten Mankos sind
DARK DECEPTION im Hinblick auf das Songwriting und die Umsetzung ihrer
Ideen absolut talentiert und Underground Freaks sollten sich "6 Gates
To The Unknown" auf alle Fälle zulegen, denn das Demo beweist,
daß auch der österreichische Nachwuchs nicht von schlechten
Eltern ist. Bei Interesse wendet Euch bitte an darkdeception@gmx.at
oder wählt 0043 699 11 17 53 86.
Vampira
DARKWELL
"Conflict Of Interest" (Napalm/Musica)
Gothic Metal der interessanten und gehobenen Kategorie ist die Mucke,
die uns DARKWELL auf "Conflict Of Interest" präsentieren.
Die 5 Studiotracks sind abwechslungsreich und heben sich damit vom Groß
des Otto Normalverbraucher Gothic Metal ab, denn im Gegensatz zu vielen
anderen Bands in diesem Bereich versinken DARKWELL nicht in eine Pseudodepression,
sondern versprühen jede Menge positives Feeling und vor allem Spielfreude.
Einzig die Stimme von Sängern Alexandra will nicht bei allen Songs
zu 100 % in das Gesamtbild passen, denn zum Beispiel beim ersten Stück
klingt sie im Gegensatz zu der Musik ein wenig zu "lustlos".
Ganz anders ist das beim dritten Song "Elisabetha" der Fall,
denn da fügt sich Alexandra perfekt in die Musik ein und verleiht
dem Song jede Menge Atmosphäre. Neben den Eigenkompositionen ist
auf "Conflict Of Interest" auch ein Cover zu finden und zwar
"Twist In My Sobriety", welches im Original von TANITA TIKARAM
stammt. Die Interpretation von DARKWELL ist zwar nicht von schlechten
Eltern, kommt aber zu keiner Minute an die Version heran, welche die DREADFUL
SHADOWS vor einigen Jahren veröffentlicht haben. Besonderen Gefallen
fand ich an den beiden letzten Tracks, die Liveaufnahmen sind und so richtig
zeigen, welche Fähigkeiten DARKWELL ihr eigen nennen können.
Meiner Ansicht nach zählen DARKWELL mit Sicherheit zu einer der talentiertesten
Bands Österreichs und sie haben zweifellos das Potential, mit "Conflict
Of Interest" zumindest europaweit den Durchbruch zu schaffen.Vampira
W.A.S.P. - Dying For The World
(Metal-Is/edel)
Abgesehen vom völlig vermurksten "K.F.D."-Album
haben mich Blackie Lawless & Co noch nie wirklich entäuscht.
Schon der Opener "Shadow Man" fahrt wie die Hölle. Auf
"Dying For The World" verbindet man den puren, rauhen Rock`n`Roll
der Frühwerke (ein gutes Beispiel ist z.B. "My Wicked Heart")
geschickt mit dem Bombast von "The Headless Children" bzw. "The
Crimson Idol". Gebt euch mal den Midtempo Kracher "Hallowed
Ground" (kommt am Ende ein 2. Mal als eher unnötige Acoustic-Version)
, kann doch locker mit den alten Gassenhauern mithalten. Oder?! Natürlich
kann man Mr. Lawless vorwerfen, sich mittlerweilen nur noch selbst zu
kopieren. Was soll`s? Schließlich macht er das verdammt gut. Ein
Album, von dem kein W.A.S.P. Fan entäuscht sein dürfte. Ob wir
in Österreich W.A.S.P. wohl jemals live erleben werden???
Ger-Hard.
SINCH - Sinch (Roadrunner/Musica)
Sinch stammen aus Pennsylvania, USA. Musikalisch
würde ich sie am ehesten in der Grunge / Alternative Ecke ansiedeln.
Vor allem Jamie Stern`s eindringlich-melancholischer Gesang erinnert an
Szene-Größen wie Alice In Chains, Live oder Pearl Jam. Mit
ihrem fragilen bis wuchtigen Sound liegen Sinch im Kreuzungsbereich von
Soundgarden, Creed, Tool oder Disturbed. Keine schlechten Referenzen,
würde ich sagen. Harte Gitarren, wuchtige Grooves, dazwischen immer
wieder ruhige, ungewöhnlich intensive Passagen, die dramaturgische
Spannung bleibt von der ersten bis zur letzten Minute erhalten. Obwohl
das Album sehr emotional gehalten ist, kommt es dennoch zumeist rauh und
rockig rüber. Ein wenig mehr Eigenständigkeit, dann könnten
sie bald schon zu den ganz Großen ihrer Zunft zählen. Die Amis
sollten eigentlich voll auf diesen Sound abfahren (die Amis werden das
hier wohl auch sicher alle lesen... Andi).
Ger-Hard
TUNNEL VISION - Tomorrow (Massacre/edel)
Gegründet wurde das finnische Quintett 1995,
mit dem Ziel, den Prog-Rock der Siebziger im Stil von Yes, Genesis oder
Rush mit dem Heavy Metal der Achtziger zu verbinden. Operation gelungen
- Patient lebt! Natürlich drängt sich wieder einmal der Vergleich
mit den genialen Dream Theater auf. Doch Tunnel Vision sind insgesamt
geradliniger und melodiöser, ohne deswegen völlig auf die genre-typischen
Instrumental-Orgien zu verzichten. Die Songs sind trotz technischer Meisterleistungen
für jedermann leicht nachvollziehbar. Hier sind definitiv Könner
am Werk. Erfreulicherweise erstickt die Produktion nicht in Pathos und
Pomp, als Anspieltip empfehle ich den groovigen Ohrwurm "Silence"
oder das mächtig rockende "Parasites". Als krönender
Abschluss folgt mit "While The World Awakes" das 11minütige
Herzstück des Albums, hier ziehen die hoffnungsvollen Newcomer nochmals
alle progressiven Register. Wer auf Bands wie Shadow Gallery, Fates Warning
oder die vielzitierten Dream Theater abfährt, kann hier bedenkenlos
zuschlagen.
Ger-Hard
PROFOUND "Sick Society"
(Eigenprod/Profound Records)
Oha, "Sick Society" ist eines der besten
Demos, welches ich in den letzten Jahren in die Hände bekommen habe.
Schade, daß der Spaß nach drei Songs schon wieder vorbei ist!
PROFOUND haben die Gabe, melodiösen Death Metal in eine derart schwungvolle
und frische Aufmachung zu verpacken, daß man den Eindruck hat, als
ob diese Metalrichtung gerade neu erfunden wurde. Mich haben vor allem
die Gitarren und die Stimme von Horst Weyerer echt vom Hocker gerissen,
denn ich habe schon ewig nicht mehr so viel Spielfreude und Energie aus
den Boxen schallen gehört. Okay, das Keyboard hätte die Band
hin und wieder ein wenig zurückschrauben können, aber in Anbetracht
der sonst massenhaft geilen Klänge, die sie fabriziert haben, verzeiht
man PROFOUND diesen Schnitzer problemlos. Glanzstück ist der Titeltrack,
bei dem vor allem das dominierende Gitarrenriff vom ersten Moment an in
Fleisch und Blut übergeht. Absolut genial! Außerdem wurden
die Songs im Vergleich zu den meisten Demos auch in einen sehr passablen
Sound verpackt, der die Songs genau im richtigen Licht präsentiert.
Solltet Ihr nun auf den Geschmack gekommen sein, könnt Ihr PROFOUND
unter
folgender Adresse erreichen: Horst Weyerer, Augsdorf 6, A-9220 Velden
/Ws (Tel. 0043 676 42 00 888).
Vampira
VIDEO/DVDs
BLACK SABBATH - The Black Sabbath
History Vol. One + Two (Sanctuary/edel)
Auf 2 DVDs - richtig, Volume One und Volume Two
- wird nun also die History von Black Sabbath aufgerollt und entpuppt
sich als amtliches Vergnügen für den Fan. Man kann sich - wie
meisten bei DVDs - entweder die ganze Geschichte in einem durch reinziehen
oder aber man konzentriert sich "nur" auf die Interviews, die
Clips, usw. Volume I beginnt auf alle Fälle mit alten Demo-Tracks
und entsprechenden Bildaufnahmen, die schon sehr, äh, kultig sind.
Wie die meisten der (alleine auf Part I) 11 "Clips", die übrigens
- leider keine Selbstverständlichkeit im Business - allesamt zur
Gänze ausgestrahlt werden. Zumeist handelt es sich dabei um (zum
Teil legendäre) Live-Aufnahmen, so zappelt etwa ein blutjunger und
frischer Ozzy zu den Klängen von "Paranoid" in einer belgischen
Fernseh-Show rum, 1970 wohlgemerkt, während z.B. "War Pigs"
während eines französischen Festivals gefilmt wurde. Andere
Songs verdeutlichen wiederrum, daß zu diesen Zeiten die Produktion
von profesionellen Video-Clips noch ziemlich in den Kinderschuhen steckte,
haha... so haut beispielsweise beim gewaltig obskuren Video zu "Sabbath
Bloody Sabbath" die Synchronisation nicht ganz so hin, soll heißen
Ozzy bewegt sein Schandmaul zu Gesangs-Linien, die erst eingespielt werden,
wenn er schon wieder fast fertig ist, hehe - man kennt das heutzutage
eigentlich nur mehr von diversen Werbe-Sendern :-). Nicht minder amüsant
der Clip zu "It´s Allright", bei dem Drummer Bill Ward
die Vocals inne hat. Der informative Part der DVD hat´s auch in
sich, man erfährt z.B. zu allen Black Sabbath-Platten das genaue
Veröffentlichungs-Datum und auch die "History"-Selection
darf dem Fan nahegelegt werden. Sehr detailliert und liebevoll werden
hier einzelne Karriere-Stationen aufgearbeitet und die Herren Musiker
wissen interessante Anekdoten zu erzählen. Die üblichen Gallerien
und "Animated Menus" ergänzen Teil 1 der History.
Teil 2 beginnt dann mit dem Einstieg von Ronnie James Dio und bietet in
weiterer Form ein logisches Wiedersehen mit Ian Gillian oder Tony Martin.
Auch der viel zu früh von uns gegangene Cozy Powell ist mit von der
Partie. Im Gegensatz zu Part I wird hierauf bei den 9 Clips zu Beginn
etwas von den involvierten Akteuren reingequatscht, danach werden die
Videos aber auch zur Gänze ausgespielt. Und auch diese laden wieder
zum Staunen, Schmunzlen und zum sich-in-Nostalgie-Kuscheln ein. Herrlich
z.B. das Heraufbeschwören so gut wie aller Achtziger-Jahre-Heavy-Klischees
in "No Stranger To Love"; welches - mit Geoff Nicholls natürlich
- noch dazu in L.A. gedreht wurde... "The Shining" mit Tony
Martin geht in etwa die selbe Richtung und auch "The Headless Cross"
(remember "Headbanger´s Ball?!) hat´s in sich. Im Film´chen
zur Tyr-Ballade "Feels Good To Me" regnets dann förmlich
Haarspray, Motorräder und knapp gekleidete junge Frauen. Daß
Sabbath dieser Phase auch wieder entstiegen sind, beweist dann der "TV
Crimes"-Clip mit dem zurückgeholten und gewohnt sympathisch
wirkenden Ronnie James. Auch diese 2. DVD glänzt mit ähnlichen
Schmankerln wie die erste, so sollte kein Jünger das Teil aus dem
Player geben, ohne sich zuvor durch die umfangreiche "History"-Rubrik
gekämpft zu haben.
Ein abschließendes Fazit ist schnell gezogen: Lediglich Ozzy-Freaks
können sich mit einer der beiden DVDs begnügen (logischerweise
der ersten), alle anderen - Rockmusikliebhaber im Allgemeinen, "Historiker"
und B.S.-Fans im speziellen - sollten beide Teile auf ihre Einkaufsliste
schreiben. Let´s Get Paranoid!
www.sanctuaryrecordsgroup.co.uk
Andi
FEAR FACTORY Digital Connectivity
(Roadrunner/Musica)
Value For Money! Zwar entstand diese DVD bereits
zu Zeiten, als die Band noch existierte, dennoch (oder gerade deswegen)
darf man sie als würdiges "Abschiedsgeschenk" an die Fans
betrachten. Man kann hier wirklich aus einer Fülle an Features wählen
oder aber sich gleichmal das rund achtzigminütige "History Movie"
der Band reinziehen, mit jeder Menge interessanter Informationen und der
einen oder anderen höchst kultigen Aufnahme aus den Anfangstagen
der Combo. Oder aber man zieht sich direkt einen der professionellen Video-Clips
von Fear Factory rein, z.B. Replica, Resurrection oder das kultige "Cars",
in welchem die Band mit ihrem Stargast Gary Numan in allerhand abstrusen
Gefährten durch das Universum gondelt. Auch die Discographie kann
natürlich gesondert angeklickt werden und beinhaltet nicht nur alle
regulären VÖs inkl. Erscheinungsdatum und Setlist, sondern auch
einen Überblick über die "promotional releases" der
Truppe inkl. "Verwendungszweck" (z.B. US-Radio-Single, Japan-Promo,
usw.). Unter dem Menüpunkt "Bonus" erwarten uns 8 Audio-Tracks,
dabei handelt es sich um rare bis unveröffentliche Aufnahmen, B-Sides
und Remixes. Unterhaltsam auch die "Memory Imprints"-Leiste
mit jeder Menge "Erinnerungsstücke" wie Tour- und Backstage-Pässe
(Brutal Truth!), Zeichnungen, usw. Anhand der zahlreichen Live-Mitschnitte
als auch bei den insgesamt 5 verschiedenen Foto-Gallerien kann man den
optischen Wandel von FF im Laufe der Zeit verfolgen und sich dabei einen
kleinen Grinser nicht verkneiffen. Sänger Burton himself verfasste
dann auch noch die "definitive Fear Factory-Story" zum Nachlesen...
all dies und einiges mehr machen "Digital Connectivity" zu einem
mehr als amtlichen Vergnügen für den Fan, der hier über
einen Kauf nicht lange nachdenken braucht.
Andi
MEGADETH Behind The Music (Sanctuary/edel)
Die Band-Dokumentationen des Musik-Senders VH1
erfreuen sich ja unter Freaks hoher Beliebtheit. Informativ, unterhaltsam
und keineswegs schönredend werden in dieser Serie die Werdegänge
populärer Rockacts dargestellt, mit all ihren Höhen und Tiefen
und vor allem, das macht ja erst den Reiz aus, mit großer persönlicher
Beteiligung der betroffenen Musiker. So auch im Falle Megadeth, deren
"Behind The Music"-Doku seit einiger Zeit auch als DVD erhältlich
ist. Bassist David Ellefson fährt mit dem VH1-Team "zurück
in die Gosse", um uns dort einige verschmuddelte Gebäude zu
zeigen, welcher der Band in ihren Anfangstagen als Proberäume und
Live-Locations dienten. Frontman Dave nimmt u.a. zu seiner Drogensucht
Stellung und sich dabei kein Blatt vor dem Munde. Zahlreiche Freunde und
Angehörige der Combo kommen zu Wort und haben neben der einen oder
anderen lustigen Anekdote auch nachdenklichere Statements zu vermelden.
Auch Dave´s ex-Kameraden von Metallica dürfen ihre Erinnerungen
und Meinungen präsentieren. "Behind The Music" zeigt den
atemberaubenden und nicht immer wunschgemäß verlaufenden Weg
von Megadeth; von den blutigen Anfängen bis zum heutigen Status der
Superstars. Man wird als Zuseher nahezu gefesselt, darf gelegentlich schmunzeln
und staunen, während sich auf der anderen Seite der Kreislauf Drogen-Exzesse-Tod
immer wieder als Wegbegleiter dieser History in Erinnerung ruft. Zusätzlich
zum "Dokumentar-Film" enthält die DVD natürlich noch
einige Specials, u.a. den Video-Clip zu "Moto Psycho", eine
"Vital Stats"-Rubrik mit Fotos und Infos von allen Bandmembers
oder ein ausführliches Interview mit ex-Megadethler Chris Poland,
der mittlerweile (bekanntlich) mit Metal nicht mehr viel am Hut hat. Wie
im Falle Fear Factory entstand dieses Machwerk noch zu Lebzeiten der Band,
darf aber dennoch auch als würdiges Abschieds-Geschenk betrachtet
werden. Auch wenn in naher Zukunft natürlich gerade wegen
der schockierenden Auflösung noch die eine oder andere DVD
von Megadeth zu erwarten sein wird. In der Zwischenzeit aber kann man
sich als Fan mit diesem Teil einen schönen Abend machen und sich
"behind the music" von Megadeth begeben.
Andi
S.O.D. Speak English Or Live (SPV/Musica)
Nachdem ja unlängst die "Speak English
Or Die"-Platte mit mächtigen Aufwand ihren Re-Release als CD
fand, folgt nun das "Live At Budokan"-Video des durchgeknallten
Projektes auf DVD, natürlich mit einiges Extras. Bezüglich der
"Budokan"-Geschichte braucht man nicht viel sagen, Fans kennen
und lieben das Teil; anmerken hiezu wäre noch, daß technisch
nicht wirklich was verändert wurde, d.h. das Teil hat eben die Qualität
eines Live-Videos aus dem Jahre ´92. Noch "schlimmer"
kommt´s mit dem ersten DVD-Bonus, einem Handkamera-Mitschnitt des
allerersten Europa-Auftritts der Combo beim With Full Force. Der ist bild-
und tontechnisch betrachtet nämlich wirklich, pardon, für´n
Popo. Aber ich denke, hier geht´s eben nicht so um technische Raffinessen,
sondern eher um den Spaß an der Sache (und den hat man allemal beim
Gucken dieses Teils!), und hier werden natürlich auch
nostalgische Gefühle befriedigt. "Sargent D.", "Kill
Yourself", Speak English Or Die" und der "Milano Mosh"
mein Gott, waren wir jung. Als weitere Extras erwarten uns Aufnahmen
der einzelnen Mucker beim Bedienen ihrer Instrumente im Proberaum und
diverse Quasel-Sequenzen, etwa ein Interview-Roundtable, ein "S.O.D.
am Pool"-Special oder aber auch ein von Scott Ian dokumentierter
Sprung von Billy von der höchsten PA-Box in das, äh, erdrückte,
Publikum. Kultig!
Andi
IRON MAIDEN - The Number Of The Beast (Eaglevision/edel)
Mit "The Number Of The Beast", gleichzeitig
Bruce Dickinsons Debüt bei der "Eisernen Jungfrau", brachten
Iron Maiden 1982 eines der fraglos wichtigsten Metal-Alben aller Zeiten
auf den Markt. Ähnlich wie bei "British Steel" von Judas
Priest wird hier mittels ausführlicher Interviews mit allen Beteiligten
der Werdegang Iron Maidens sowie allerlei Wissenswertes rund um den Entstehenprozeß
der einzelnen Songs dokumentiert. Neben der Band kommen u.a. Manager-Legende
Rod Smallwood, Starproduzent Martin Birch, der Musikjournalist Mick Wall
sowie Ex-Megadethler Dave Mustaine zu Wort. Im mit zahlreichen weiteren
Infos üppig ausgestatteten Bonus-Bereich, bekommt man zuguterletzt
noch den Rough Mix von "Hallowed Be Thy Name" von der in Kürze
erscheinenden "Rock in Rio - DVD" mitgeliefert. Bedauerlicherweise
der einzig komplett ausgespielte Song, die legendären Clips zu "Run
To The Hills" oder "The Number Of The Beast" hätte
ich mir eigentlich schon erwartet. Spart man sich vermutlich für
die übernächste DVD auf. Als einziges zusätzliches Feature
bietet sich die Untertitelung der Interviews in verschiedenen Landessprachen
an. 80 Minuten die wie im Flug vergehen - eine willkommene Gelegenheit,
sich anschliessend wieder mal die guten, alten Maiden-Scheiben reinzuziehn.
Ger-Hard
SAMMY HAGAR & THE WABORITAS - Cabo Wabo Birthday
Bash Tour (MCY)
Einmal im Jahr treffen sich Sammy Hagar und seine
Band, die Waboritas, um Sammy`s Geburtstag nach allen Regeln der Kunst
abzufeiern (dies ergebe öfter als einmal im Jahr auch nicht viel
Sinn, Andi). Die Party beginnt in Hagar`s Cabo Wabo Cantina in Mexico
mit einem exklusiven Cocktail Rezept, um anschliessend auf der Konzertbühne
in Chicago, Illinois, zu einem fröhlichen Happening zu eskalieren.
Outfitmäßig kümmert sich das Geburtstagskind einen Dreck
um gängige Rockstar Dresscodes, ein mit Sektflöten bedrucktes
Hawaihemd, grellgemusterte Bermudashorts und knallgelbe Turnschuhe, todschick!
So würde ich mich nicht einmal ins Gänsehäufel wagen. Im
Laufe des Konzerts wird Sammy vom Publikum laufend mit allerlei nützlichen
Präsenten versorgt. Gewaltige Joints, selbstbemalte T-Shirts, Alkoholika
und Damenunterwäsche von atemberaubenden Dimensionen, wir sind schließlich
in den USA, Silikon rulez! Das Catering in Form bunter Cocktails wird
von leichtbekleideten Bikinischönheiten auf den Zuruf "Waitress!!!"
(kommt ca. alle 2 Minuten) eilends direkt auf die Bühne angeliefert.
Daß der Kerl gegen Ende noch immer stehen und singen kann, alle
Achtung! Selbstredend bleiben auch musikalisch keine Wünsche offen,
neben zahlreichen Hagar-Solo Standards, bringt man auch reichlich Material
aus vergangenen Montrose und Van Halen Tagen. Die Waboritas rocken wie
die Hölle, das ist extremst partytauglicher Hardrock in Reinkultur.
Meine Lieblingspassage beginnt mit einer verdammt bluesigen Version von
"Little White Lie" (genialer Song), dann "Mas Tequila",
"Why Can`t This Be Love", "Heavy Metal", da geht die
Post ab, unglaublich! So stelle ich mir mein nächstes Geburtstags-Festl
vor, was kann der Sammy Hagar für einen Gig kosten (ca. 15 Monatsgehälter
von Dir...Andi)?! Ergänzt wird der über 2stündige Konzertmitschnitt
durch eine Bonus CD, die nach einem 1 stündigen Interview (auf Wunsch
untertitelt) noch zum Auftakt der Party in die mexikanische Cabo Wabo
Cantina einlädt. Um mit Sammy Hagar`s Worten zu sprechen: "That`s
what I call a party!" DIE Party-DVD schlechthin. http://www.redrocker.com,
http://www.cabowabo.com
Ger-Hard
ANATHEMA A Vision Of A Dying Embrace (Peaceville/edel)
Neben der obligaten Foto-Gallery setzt sich dieser
Release aus zwei Kernpunkten zusammen: einem wirklich professionell mitgeschnittenen
Live-Gig der Band und einigen Clips. Zum Konzert: dieses wurde bereits
im März ´96 (!) im Krakau (!) aufgenommen und zeigt die sympathischen
Inselbewohner von ihrer besten Seite. Die damalige Setlist: "Restless
Oblivion", "Shroud Of Frost", "We The Gods",
"Sunset Of Age", "Mine Is Yours", "Sleepless",
"The Silent Enigma" und finally "A Dying Wish". Bei
den Promo-Video-Clips wiederrum bekommt man "Sweet Tears", "Mine
Is Yours", "The Silent Enigma" (herrlich!) und "Hope"
(nicht minder herrlich) geboten. Natürlich bemühen Anathema
dabei alle Klischees, schmeißen mit Pathos und Kitsch nur so um
sich und präsentieren sich als die düsteren Melancholiker, als
die man sie kennt. Auf der anderen Seite kommt aber auch der Humor und
ein gewisses Augenzwinkern nicht zu kurz. Klar hätte man aus einer
DVD-Veröffentlichung mehr rausholen können; Fans der Combo sollten
sich "A Vision Of A Dying Embrace" trotzdem gönnen.
Andi
MY DYING BRIDE For Darkest Eyes (Peaceville/edel)
Wie ihre oben abgehandelten Kollegen von Anathema
werfen auch My Dying Bride ihren Krakow-Gig vom März ´96 als
DVD ins Volk, im direkten Vergleich schneiden sie aber doch besser ab,
zumal sie wesentlich mehr weitere Features präsentieren. Und eine
MDB-DVD kann von vornherein schon mal nicht wirklich schlecht sein (zumindest
wenn man sich ein wenig Mühe gibt, was hier durchaus der Fall ist),
da das "visuelle Element" bei dieser Combo schon immer eine
wesentliche Rolle spielt. Das merkt man nicht nur der beeindruckenden
Live-Show an, sondern vor allem natürlich den (insgesamt 6!) Video-Clips
an, die sich allesamt auf hohem Niveau abspielen. Auch in der "Gallery"-Ecke
kommen nicht nur die üblichen Bandfotos zum Vorschein, sondern auch
die stets außergewöhnlichen Cover der Bride-Platten. Lobenswert,
daß man hier auch Rücksicht auf Raritäten, Promos und
sogar Bootlegs (!) genommen hat. Sonstige "Extras" bekommt man
in Form von weiteren Live-Aufnahmen geboten, etwa vom Dynamo. "For
Darkest Eyes" macht klarerweise auch in Verbindunge mit der
unheimlichen Mucke der Partie seinem Namen durchaus Ehre und unterstreicht
gekonnt das "Image" bzw. das "Konzept" der britischen
Düster-Metaller.
Andi
RAGE & LINGUA MORTIS ORCHESTRA - Metal MeetsClassic
Live (G.U.N./BMG)
Feine Sache, so eine DVD-plus! Im Audioteil 12
rare Bonus-Tracks bzw. Coverversions wie "Yesterday" (Beatles),
"The Trooper" (Maiden), "Motorbreath" (Metallica)
oder "Tom Sawyer" (Rush). Den Sinn und Zweck des Coverversion-Unwesens
möchte ich hier nicht zu diskutieren, aufgrund Peaveys gewöhnungsbedürftiger
Vocals klingen die Remakes schon etwas eigen. Vor allem "Yesterday",
da krampft sich bei mir als altem Beatles-Fan alles (wirklich alles!)
zusammen. Besonders gelungen die Rage Komposition "Tie The Rope",
unter jeder Kritik die 2001er Version von "Don`t Fear The Winter".
Im DVD-Teil kann man sich anschließend die 1998 im Rahmen des WDR-Rockpalast
mitgeschnittene Klassik-Rock Show von Rage und dem Lingua Mortis Orchestra
in voller Länge (72 Min.) zu Gemüte führen. Und die ist
optisch wie akustisch vom Allerfeinsten. Und entschädigt ein wenig
für das hundselendige "Yesterday". Unter "Specials"
findet man ausserdem die Videoclips zu "Deep In The Blackest Hole",
"From The Cradle To The Grave" und "Alive But Dead".
Wo bekäme man die wohl sonst zu sehen (im ORF eher net... Andi)?
Discographie, Biographie und Foto-Gallery sind etwas mager ausgefallen,
aber das lässt sich verschmerzen. Alles in allem eine lohnende Anschaffung.
Ger-Hard
MORTIFICATION Conquer The World (Nuclear Blast/edel)
Auch hier ist der Titel der DVD Programm, den
die australischen Christen-Death-Metaller laden zu einem Ausflug rund
um den Globus ein. Man sieht die Formation in aller Herren Länder
vor und auf und hinter der Bühne. Aufnahmen aus Neuseeland, Chile,
den USA, Brasilien oder natürlich Europa stehen auf dem Programm.
Dazu gibt´s drei Video-Clips ("Mental Blessing", "Acess
Denied" und "Standing At The Door Of Death") und massenweise
Interview- , Backstage- und sonstige Sequenzen. Mortification balabern
über ihren Glauben und ihre "Mission", erzählen sich
Gute-Nacht-Geschichten und lassen sich backstage beim Heislputzen und
anderen Schweinereien filmen. Für den Fan sicher eine interessante
Angelegenheit.
Andi
MOTÖRHEAD - The Best Of Motörhead (Sanctuary/edel)
Hier wurden die technischen Möglichkeiten
einer DVD definitiv nicht ausgeschöpft. 13 Pseudo-Live Clips, die
seinerzeit zu Promo-Zwecken aufgezeichnet wurden. Amüsant, wie dilettantisch
man versucht, mittels halbherziger akustischer Publikumseinspielungen
(auf die man fallweise auch wieder vergisst) echtes Live-Feeling vorzutäuschen.
Bei "I Got Mine", "Shine" und "One Track Mind"
sehen wir Brian "Robbo" Robertson an der Gitarre, das restliche
Material wurde mit den Ur-Motörheads "Fast" Eddie Clarke
und Philthy "Animal" Taylor eingespielt. Einzig "Iron Fist"
wurde tatsächlich live mitgeschnitten und schlägt den Rest somit
um Längen. Warum nicht mehr davon?! Soundtechnisch bleiben allerdings
keine Wünsche offen (Dolby Digital), hier macht sich der Kauf der
DVD eindeutig bezahlt. Andererseits finde ich 48 Minuten Laufzeit echt
mickrig. Als einzigen Bonus gibt`s den Video-Clip zu "Killed By Death".
Lemmy am elektrischen Stuhl, das ist schon sehr kultig. Für Fans
und Sammler ein unbedingtes Muss, im Zweifelsfall würde ich allerdings
die wesentlich üppiger ausgestattetet "Boneshaker" DVD
bevorzugen. In Ermangelung sonstiger Features hier noch die Tracklist:
Ace Of Spades, Overkill, No Class, I Got Mine, Stay Clean, Iron Fist,
The Chase Is Better Than The Catch, Dead Men Tell No Tales, Shine, Capricorn,
Poison, One Track Mind, Motörhead, Bomber, Killed By Death (Bonus
Video).
Ger-Hard
JUDAS PRIEST - British Steel (eaglevision/edel)
Diese rundum gelungenen Dokumentation gewährt
uns einen ausführlichen Einblick in die Entstehungsgeschichte des
legendären "British Steel" Albums, das Judas Priest 1980
(so lang ist das schon wieder her!) weltweit zum Durchbruch verhalf. In
hochinformativen, überaus unterhaltsamen Interviews lassen Glenn
Tipton, K.K. Downing, Ian Hill, Rob Halford sowie ihr damaliger Produzent
Tom Allom die glorreichen Tage der NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal
(danke, Onkel Gerhard! Andi)) nochmals Revue passieren. Selbstverständlich
bekommt man auch visuell einiges geboten. Wo sonst hat man Gelegenheit;
Rob Halford mit wallendem Haupthaar (tatsächlich!) inmitten seiner
in Hippie-Klamotten gewandeten Mitmusiker, livehaftig auf der Bühne
zu erleben. Im 50minütigen Haupteil werden die Songs leider zumeist
nur kurz angespielt. In der 36 minütigen Bonus-Section kann man neben
einem Interview mit dem derzeitigen Drummer Scott Travis, dann immerhin
"Grinder" (live in Rio 91) sowie die Clips zu "Living After
Midnight" und "Breaking The Law" in voller Länge geniessen.
Wobei vor allem letztgenannter Titel sicher zu den kultigsten Videoclips
der Heavy Metal Geschichte gezählt werden darf (hell yes! Andi).
Die Interviews sind auf Wunsch mit deutschen Untertiteln abrufbar. Die
Discographie ist eher unnötig, da sie nur die regulären Longplayer
berücksichtigt. 110 Minuten "Metal-History", die trotz
jeder Menge Gequatsche wirklich Spaß machen.
Ger-Hard
DIVERSE PEEPSHOW (Fat Wreck/Musica)
Goober Patrol wackeln in lustigen Klamotten am
Strand herum, Consumed laufen ihrem Tourbus hinterher. Frenzal Rhomb toben
sich in einer Spielhalle aus, während die allzeit kultigen Me First...
in Hawaii-Hemden Cocktails schlürfen. Sick Of It All steuern u.a.
ihren äußerst gelungenen "Animations-Clip" zu "District"
bei. Richtig, diese DVD besteht aus den Beiträgen der Video-Compilations
"Peepshow" und "Peepshow II" und wurde aber mit zahlreichen
Bonus-Tracks angereichert, etwa von Lagwagon, Good Riddance oder Chixdiggit.
Ergibt in Summe 37 Clips von 23 Bands, oder anders gesagt :114 Minuten
Punkrock pur.
Andi
DIVERSE - Death... Is Just The Beginning Classics (Nuclear Blast/edel)
Vorneweg: Alle 23 Tracks dieser DVD stammen von
der Death...IJTB-Video-Sampler-Reihe, genauer gesagt aus deren dritten
und vierten Teil. Wer diese also schon besitzt, der weiß was ihn
hier erwartet und in weiterer Folge eigentlich nicht, warum er kauftechnisch
nochmal zuschlagen sollte; es sei denn, er möchte das ganze gesammelt
auf DVD(-Qualität). Allen anderen sei gesagt, was sie erwartet: Zu
Beginn erinnern uns AMORPHIS an den "Black Winter Day" und somit
ihre besten Zeiten (subjektive Meinung des Verfassers), es folgt ein Live-Clip
von "Against Widows". Weiter geht´s mit drei Songs von
BENEDICTION, die wie einige andere Nummern dieser Compilation Erinnerungen
an bessere (Death Metal-)Zeiten hervorrufen, an MTV´s "Headbanger´s
Ball" und somit ausgerechnet via DVD auch an jenen legendären
"Zeitgeist" bzw. einfach an das damalige Feeling. DISMEMBER
schließen sich dem natürlich an, auch sie sind mit 3 Clips
vertreten, wobei der zu "Dreaming In Red" schlichtweg als kultig
bezeichnet werden darf. GOREFEST zeigen mit "Freedom", "Erase"
und "Fear", was sie musikalisch draufhatten und aber auch, daß
sie eigentlich ziemliche Poser waren, haha. Dreimal HYPOCRISY und einmal
KATAKLYSM halten ebenfalls die Fahne des Death hoch, bevor MESHUGGAH zweimal
beweisen, daß ihre Videos genauso durchgeknallt sind wie sie selbst.
Nach den beiden MORTIFICATION-Tracks dürfen PUNGENT STENCH mit "Viva
La Muerte" glänzen und SINISTER schicken einen Kumpel als Sensenmann
verkleidet auf den Dachboden, irgendwie schon wieder genial. Ausklingen
darf die DVD mit THERION, die zunächst "A Black Rose" besingen
und dann in Form von "The Beauty In Black" einen der bescheuertsten
Clips überhaupt präsentieren. www.nuclearblast.de
LESESTOFF
SLAM # 7
Mitte der Neunziger geisterte ein schwarzweiß
gedrucktes Fanzine names "Slam" durch den heimischen Blätterwald.
Leider versank das Heft nach 6 Ausgaben wieder in der Versenkung... aber
nun ist es zurück, und das besser als je zuvor! Der Unterschied ist
(für alle, die "das alte" gekannt haben) natürlich
eklatant: professionell gedruckt, das Cover sogar in Farbe,... und auch
der Inhalt paßt! Generell widmet sich das "Slam" allen
"härteren" Genres, soll heißen von Punk über
Core bis hin zu Death Metal. Das belegen ausführliche Interviews
mit Gluecifer (Cover), In Flames, Channel 3 oder Hollenthon. Auch der
"Underground" wird berücksichtigt, z.B. mittels Los Deppest-Interview
oder diversen Reviews (trotzdem ginge hier noch mehr...). Sehr ausführliche
Live- und Festival-Berichte, ein Finnland-Report und jede Menge Rezensionen
runden den positiven Gesamteindruck ab. Das 52 A4-Seiten dicke Heft erscheint
absofort vierteljährlich, die Erstauflage beträgt stolze 7.000
Stk und wird im deutschsprachigen Raum vertrieben. Wer´s trotzdem
nirgends findet, möge es bei Slam, Postfach 100, A-1151 Wien um 3
Euro bestellen. Nr. 8 - angekündigt sind Themen wie Roger Miret,
Pungent Stench, Meshuggah oder die Misfits - soll im Dezember erscheinen.
Andi
THE METAL UNDERGROUND ZINE # 4
Klassisch! A5-Format, kleine Schrift und am Cover
die Namen Warlord, Twisted Tower Dire oder Wolf. Noch Fragen? Das Heft,
das seinen Namen natürlich ehrt, kommt aus Norwegen und ist in gut
lesbarem Englisch verfasst. Neben den schon erwähnten Bands kommen
noch weitere wie etwa Ingermanland oder Sabatan in den Genuß eines
Interviews, welche allesamt nicht gerade kurz und dafür aber sehr
informativ gehalten sind. Desweiteren findet der geneigte Underground-Metaller
noch diverse Band-Portraits oder natürlich CD-Reviews vor. 2 Euros
(sicherheitshalber Porto extra beilegen) gehen an T.M.U.Z., Plommeveien
1a, 4635 Krisitansand, Norway. Metal To The Metals!
Andi
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